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Die Theatergruppe der Kolpingfamilie Wegscheid spielte im Herbst den Schwank „Brautschau im Irrenhaus“ von Autor Manfred Bogner, der diesen Lachknüller erst letztes Jahr verlegte. Am vergangenen Sonntag fand die letzte Aufführung im vollbesetzten Saal des Wegscheider Pfarrheims statt. Damit konnte die Kolpingfamilie über 500 Besucher verbuchen. Die Handlung des Stücks ist schnell erzählt: Auf dem Huberhof fehlt es dem Jungbauern am nötigen Elan für eine Brautschau, also wird eine Heiratsanzeige aufgegeben, auf die sich drei Kandidatinnen melden. Da außer dem Huberbauern und Knecht Hans niemand eine Ahnung von den Geschehnissen hat, erlebt der Huberhof eine turbulente Zeit, die sehr engagiert und mit viel Freude von der Theatergruppe in Szene gesetzt wurde. Sie schenkte den Zuschauern einen kurzweilige Abend mit einer perfekten Illusion. Glaubhaft giftig wurde die Huberbäurin von Gaby Schmidt dargestellt. Ein Urgestein auf der Wegscheider Kolpingbühne, die in ihren Rollen zu überzeugen weiß. Ebenso Altmeister Ludwig Grillhösl, der den Huberbauern spielte. Er ist ein Meister der Mimik und hat ein Gespür für die richtige Stimmung. Bernhard Grillhösl trat als Polizist auf und hat sich scheinbar Anleihen bei München 7 geholt, wenn er mit Kollegin Magdalena Hauer Blicke wechselte, die ein überzeugendes Bühnendebüt lieferte. Herzerfrischend traten die Brüder Thomas und Michael Jellbauer auf, erst als Hoferbe und Taugenichts Xaver, der sich nicht aus der Ruhe bringen ließ, als ihm seine Theaterkollegen außerhalb des Drehbuchs die Gummistiefel mit Wasser gefüllt hatten und den Inhalt, als würde es zur Rolle gehören, auf die Bühne leerte, sein Bruder mimte den Saufkumpanen, der im dritten Akt in Frauenkleider schlüpfte, um der anrollenden Bräuteschar Paroli zu bieten. Günther Schramm als Knecht Hans spielte routiniert eine tragende Rolle des Stücks und erhielt dafür viel Szenenapplaus. Das gilt auch für Betty alias Martina Lahner, die begierig am Geschehen auf dem Huberhof teilnahm und als Ratschkattl für allerlei Verwicklungen sorgte. Die Lacher auf ihrer Seite hatten auch die drei hoffnungsvollen Bräute, dargestellt von Anke Schmidt, als überkandidelte Stadtschnepfe, die gleich das Regiment übernahm, jedoch vom Knecht Hans mit akrobatischen Übungen vergattert wurde. Braut Christl wurde von Manuela Hauer gespielt. Sie gab mit perfekter Lispelstimme Ihrer Rolle eine eigene Note und hielt dies zur Freude des Publikums den ganzen Abend durch. Mit viel Charme spielte Christina Allmesberger Ihre Rolle als Heiratskandidatin Lene, die der Autor als Hochzeiterin für den schnellverliebten Xaver vorsah. Wenig gebraucht wurde Souffleur Willi Schmidt, der ungesehen im Kachelofen für Textlücken bereit war. Licht- und Tontechnik lagen in den bewährten Händen von Hans Schramm. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Kolpingfamilie Wegscheid sowohl mit dem Stück, als auch mit der Besetzung einen Volltreffer gelandet hat. Verfasser: FS
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